Eine der größten Illusionen im Finance-Bereich ist die Idee, EBITDA hätte etwas mit Unternehmenswert zu tun. Hat es aber nicht!
Trotzdem wird in Pitch Decks, M&A-Prozessen und VC-Runden so getan als ob.
In Wirklichkeit ist es häufig nur ein elegant verpackter Weg, die unangenehmen Teile des Geschäftsmodells auszublenden.
Käufer sollen so in den Nebel der Begeisterung geführt werden. Hingegen Verkäufer bzw. Berater von Verkäufern versuchen hier den Schleier der Sicherheit über ein Angebot zu werfen. Diese wissen warum und haben wohl andere Ziele, anstatt einen Deal.
Die M&A-Erfahrung zeigt immer wieder, dass hier „auf Sand“ gebaut wird und am Ende doch harte Fakten entscheiden. Bye, bye Deal – aber das war mit EBITDA-Argumenten auch nie das Ziel.
EBITDA ignoriert fast alles, was gefährlich ist!
- fehlender freier Cashflow
- technologisch veraltet
- hoch verschuldet
- veralteter Maschinenpark
- Etc.
Aber Hauptsache: „X-facher EBITDA Multiple.“
Das Problem ist simpel:
Besonders kritisch ist dieser Wertansatz bei:
• Industrie
• Telekommunikation
• Airlines
• Energie
• Infrastruktur
• Asset-lastigen Industrien und Businesses
Adjusted-EBITDA ist die Königsdisziplin
Viele Firmen präsentieren zusätzlich:
• „Adjusted EBITDA“
• „Normalized EBITDA“
• „Community Adjusted EBITDA“
Hier kennt die Phantasie keine Grenzen – alles wird möglich!
So werden z.B. sogenannte „einmalige“ Kosten herausgerechnet wie:
• Restrukturierung
• Aktienvergütung
• Rechtskosten
• Akquisitionskosten
• Entlassungen
Überspitzt formuliert, hat die Firma am Ende überhaupt keine Kosten mehr und alles ist Gewinn.
Das einzige was man mit EBITDA-Multiple erreicht sind:
• langwierige Gespräche, die am Ende zu nichts führen.
• Außer Spesen nichts gewesen.
• Man konnte den Rausch von hohen Werten fühlen – den man teuer bezahlt
• Zudem verliert man viel wertvoller Zeit
• Im Reporting soll den Zuhörern eine rosige Welt verkauft werden
Frage: Was wäre Ihre Konsequenz, wenn Sie im Laufe von Gesprächen merken, hoppla, die Ertragskraft einer Firma ist realistisch betrachtet eine ganz andere … - man verabschiedet sich höflich und der andere behält seinen Glauben.
Fazit:
Finger weg von Leuten die mit EBITDA arbeiten – hier werden Käufer, Verkäufer und Gesellschafter über den Tisch gezogen!
Ich bin seit bald 30 Jahren M&A-Berater für KMUs mit tausenden von Gesprächen und Projekten mit Käufern als auch Verkäufern. Ich weiß wann Deals möglich sind bzw. was und wie etwas zu tun ist. 1, 2 Tage Erfahrung stecken da drinnen ????
Viel Erfolg!
Das RPPC-Management
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